Als ich gestern allein im Kino -als auch glücklich- war und den wirklich sehr groszen Film “Keine Lieder über Liebe” sah, erinnerte ich mich an ein Gespräch, dass ich vor einigen Wochen mit zwei mir wenig bekannten Menschen in einer fremden Wohnung führte. Es ging und das Erleben. Im Speziellen um das Erleben von Ereignissen allein. Gemeint: Wenn man allein ist. Wobei ich glaube, dass es dabei um das Erleben im Allgemeinen geht. Einstimmige These gegen die meinige war folgende: Erleben macht nur Spasz, wenn man nicht allein ist. Bin ich ja total dagegen. Was ist das denn für ein Erleben, dass man nicht für sich selbst sondern für andere macht? Erlebt man nicht erst einmal für die Selbstreflexion?
Gegenargumentation von der anderen Seite des Tisches: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Bei Leid stimmt das bestimmt oft und zugegeben: ich verstehe was sie meinen. Aber die Befriedigung, die ich meine, ist eine andere. Die ist Innerlich. Die kann man nicht teilen. Also ich kann sie nicht teilen. Alle bisherigen Versuche scheiterten zumindest. Diese Dinge, die man bewusst und unbewusst in sich aufnimmt, die sich auf die eine oder andere Weise ins Gehirn und unseren Erfahrungshorizont einbrennen. Die von nun an jede Entscheidung und Einschätzung mindestens passiv beeinflusst.
Es ist wohl eine dieser Eigenschaften die im Zuge der Anpassung auf der Strecke geblieben ist. Das bewusste Erleben für _sich selbst_, welches so Notwendig für die Reflexion ist.
wir sind alle nur maschinen / die dazu da sind zu verdienen / was wir alles so gebrauchen / um halbwegs ordentlich zu laufen
Lieber lacht man heut nur dann, wenn man sich versichert hat, dass die Seinigen das ebenfalls machen. Das ist heute Erleben. Gemeinschaft um Jeden Preis. Um die Aufgabe seiner selbst. Erleben ist Spasz: Actionfilme, Kinderkarussell, Privatfernsehen und oberflächliches Pseudokulturverständnis.
Na dann herzlichen Glückwunsch.