bad moon rising

In wenigen Wochen findet die Fussball-Weltmeisterschaft der Herren in Deutschland statt. Viele Deutsche finden das toll. Viele von ihnen sogar so sehr, dass einem ständig Menschen mit Deutschland-Cap, Deutschland-T-Shirt, Deutschland-Trikot, Deutschland-Schlüsselbänder oder anderem Deutschland -Klimmbimm begegnen. Einige von ihnen glauben fest daran, dass Deutschland sogar Herren-Fussball-Weltmeister wird. Sie meinen, es wäre mal wieder an der Zeit. Eigentlich sind so viele Deutsche glücklich über die Austragung der Herren-Fussball- Weltmeisterschaft in Deutschland, dass man sagen könnte, ganz Deutschland freue sich wahnsinnig drauf. Wahnsinnig..
Deutschland freut sich so sehr, dass in Berlin zahlreiche Baustellen temporär für viel Geld beseitigt werden, um sie später wieder aufzureiszen. Zum Beispiel am Brandenburger Tor oder am Alexanderplatz. Das erinnert mich an meine Mutter. Die war auch immer ganz anders wenn Besuch da war. Ich fand das schon als Kind affig.
Manche Baustellen werden aber auch pünktlich zur Herren-Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland fertig gestellt. So beispielsweise der neue Berliner Hauptbahnhof. Ein tolles Gebäude, aufgrund dessen man stolz sein könne, Deutscher zu sein, wie ich jemand sagen hörte. Ich glaube, dass Leute, die so was sagen, auch auf den Mond stolz sind, weil der so schön grosz, gelb und rund ist, oder auf die Luft, weil die immer so gut riecht – speziell in Berlin.
Aber so langsam merke ich es auch. Wenn man so oft Deutschland geschrieben hat, wie ich eben, dann merkt man es. Tatsächlich! Vielleicht schaff ich das ja auch noch beim Mond und bei der Luft: Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Luft, Mond, Lu…

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7 Antworten auf bad moon rising

  1. bf sagt:

    ….und irgendwann wird man sicherlich irgendjemanden sagen hören können: “man…. die in deutschland, die haben überhaupt keine baustellen…. als ich 2006 zur wm da war…”

    vielleicht sollte man es genau andersherum machen und die baustellen als touristenattraktion ausgeben… dann würde es nämlich heiszen “man…. die in deutschland, die haben so viele baustellen… ständig wird etwas verändert…. als ich 2006 zur wm da war…”

    das sind zwei möglichkeiten… die dritte wäre, dass sich überhaupt niemand um die baustellen kümmert und sie entweder als vorhandenes oder eben nicht vorhandenes hindernis ansieht…

    ach ja… mit dem wort baustelle funktioniert es auch relativ flink.

  2. Sebastian sagt:

    Ich finde es nur bedingt affig, dass Berlin oder andere Austragungsstädte der Fuszball-WM zu eben jendem Ereignis etwas aufpoliert werden.
    Denn schlieszlich werden vergleichsweise sehr viel mehr Menschen als sonst Deutschland besuchen, das ihnen präsentierte Image aufnehmen und in ihre jeweiligen Länder transportieren.
    Da ist es nicht das schlechteste, wenn wir vorher ein wenig aufräumen, denn – ob nun affig hin oder her – ein bisschen Imageaufbesserung haben wir leider immer noch im Ausland nötig.

  3. der_andi sagt:

    Und ich liebe ja sowie den Fuszball an sich, als Sport. Aber nochviel mehr die Fans. Besonders die mit den Schaals usw. Aber so richtig wohl fühle ich mich erst, wenn ich Fuszballwerbung non-stop hören kann, sogar auf meinem Lieblingssender Radio Eins. Übrigends: Ich bin nicht Deutschland. Und schon gar nicht zur Herren-Fuszball-WM.

  4. bf sagt:

    auch nicht schlecht sind die kleinen kinder, die von ihren eltern in grellen farben angemalt werden und mit ins stadion geschleppt werden… die sind auch sehr wichtig für deutschlands image…
    aber mal ganz ehrlich: … schei$ wm.

  5. Sebastian sagt:

    Hach, herrlich! Fuszball-Hasser aller Länder, vereint euch!

    Der Sport an sich kann herzlich wenig dafür, wenn jeder Depp versucht, aus einem massenmedialen Ereignis noch sein kleines bisschen Profit rauszuschlagen. Das ist auch für diejenigen, die Fuszball mögen, nur noch schwer zu ertragen (wenn z.B. der offizielle WM-Klodeckel auf’n Markt kommt).

    Trotzdem stelle ich mich weiterhin mit Schal (schreibt man nur mit einem “A”, Andi ;-) ) auf die Tribüne (oder besser: eine Groszbildleinwand, denn Karten gibt’s nur für Sponsoren) und feuere mein Lieblingsteam an. Und ich tue das nicht, weil ich Deutschland, Sansibar, Hertha oder Dnjepr Dnjepropetrowsk bin, sondern weil ich das Spiel liebe und mich freue, dass es in Deutschland ein groszes Fuszballfest geben wird.

    Aber naja, bleibt ruhig auf euren Klischees sitzen und verbringt die WM bockig im Kämmerlein. Spasz ist, was man draus macht…

  6. bf sagt:

    ja… bockig ist wohl wirklich das richtige wort…

  7. Thomas sagt:

    Mmmmhh, ich weiss eigentlich gar nicht, was so schlimm daran sein sollte, dass man ein wenig aufräumt, wenn Gäste kommen. Damit zeigt man doch auch Respekt gegenüber den Gästen. Man räumt auf, zieht sich was hübsches an und kocht was gutes. So was nennt man Gastfreundschaft. Es ist schön, wenn man sie selbst erfährt und noch schöner, wenn man das dann zuückgeben kann. Dazu haben wir in Deutschland jetzt vier Wochen Gelegenheit dazu. Was soll daran falsch sein?

    Dann noch was zu all dem “Deutschland Klimm-Bimm”. Gibt es eigentlich ein Thema das typisch deutscher wäre als dieses? Es ist schon paradox, nicht!? Eigentlich will man mit dieser Einstellung ja ausdücken, wie sehr man gegen Deutschland ist, gleichzeitig ist man mit dieser pathologischen Angst vor nationalen Symbolen selbst so unglaublich typisch deutsch. Also nein, mit dieser ganz speziellen Form der Deutschtümelei kann ich nichts anfangen.

    Ich freue mich auf den Fuszball. Denn trotz der FIFA und des ganzen Kommerzes ist es ein weltweites Fest der Völkerverständigung, das die Menschen zusammenbringt und zusammen feiern lässt. Und wir als Gastgeber können unseren ganz besonderen Beitrag dazu leisten. Und ich werde mitfiebern und mich mitfreuen mit den Mannschaften der anderen Länder.

    Aber heute Abend spielt erst mal die deutsche Mannschaf und wenn Miro Klose dann seinen Hattrick erzielt hat, werde ich mir ein neues Bier aufmachen und mir – und das ganz ohne schlechtes Gewissen- denken: “Blüh im Glanze dieses Glückes!” Na denn Prost und eine schöne WM!

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