Ich liege auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Es ist mitte September und wohl eines der letzten warmen Abende dieses Jahr. In meinem Blickfeld leuchten die angestrahlten Buchstaben der Volksbühne. Auf der Treppe davor ist eine kleine Bar aufgebaut, um die herum viele Menschen ebenso wie ich den lauen Spätsommerabend genieszen. Ich werde nur noch wenige Abende in dieser Stadt verbringen und so schliesze ich meine Augen und erinnere mich an die letzten Jahre – in dieser doch recht schönen Stadt. Und dann fallen mir diese Menschen ein. Diese Menschen, denen ich in den letzten drei Jahren so oft begegnete, ohne sie wirklich zu kennen.
Ich erinnere mich an diesen groszen Türsteher, dessen Glatze immer etwas glänzte und dessen kantiges Gesicht, bei genauerem Hinsehen zärtlich und freundlich wirkte und nur wenig hatte von diesem harten Türsteherimage. Oft sah ich ihn am Einlass diverser Konzerte und Clubs hier in Berlin.
Oder dieses kleine Mädchen mit den blond gelockten Haaren, den groszen runden Augen und dieser beeindruckenden Ausstrahlung. Oft sah ich sie just an diesem Ort, der Volxbühne, oder auf irgendwelchen Demos inmitten einer Straszenmusikergruppe.
Oder diese grosze Frau mit den superlangen blonden Haaren, die stets ihre Haare mit Seitenscheitel zum Zopf zusammengebunden hatte und die stets kühl und gleichzeitig begeistert wirkte. Ich glaube sie liesz keine Indie-Party und kein alternatives Konzert in Berlin aus. Fast immer wenn ich bei solchen Veranstaltungen war, sah ich sie.
Oder die unfreundliche Mitarbeiterin des Supermarktes, in den ich bisher immer ging. Neulich güszte sie mich sogar als ich an ihr vorbei ging, während sie ein Regal füllte, als wären wir alte Bekannte.
Ich kenne sie kaum. Ich weisz nicht wie sie heiszen oder was sie machen – und trotzdem machte mir ihre Anwesendheit diese Stadt stets ein Stück vertrauter. Gern würde ich zu ihnen hingehen, sie anlächeln und mich von ihnen verabschieden.


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