was zu tun, wohin sich wenden (3)

So sehr er versuchte, einen Zusammenhang zwischen diesen Erinnerungsfetzen und seiner jetzigen Situation herzustellen. Es gelang ihm nicht zu verstehen, was mit ihm passiert war oder wo er sich jetzt befand. Alles was er wahrnahm, war ein leichtes brummen. Er bemerkte es erst jetzt und wusste nicht genau, ob dieses Geräusch schon die ganze Zeit da gewesen war. Unsicher, ob das Brummen ‚von auszen’ kam oder in seinem dröhnenden Kopf entstand, probierte er mehrfach seine gesamte Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Jeder Versuch war mit einer groszen Anstrengung verbunden. Immer wieder gab er erschöpft auf. Es war ein komisches Gefühl. Im Grunde fühlte er nichts und trotzdem war er so erschöpft, dass an keine weitere Anstrengung zu denken war. Was sollte er tun? Wie sollte er sich ausruhen, wenn er über so wenig Kontrolle über sich selbst verfügte? Er konnte nicht Abschalten. Genauso wenig, wie er auch nur irgendwas anderes hätte tun können. Er war gefangen in Nichts und verurteilt zum Nichtstun
Wie lange er schon in diesem Zustand verharrte war ihm unklar. Vielleicht waren es nur wenige Minuten, vielleicht waren es auch Tage. Daüber sinnvolle Gedanken anzustellen gelang ihm nicht. Und immer wieder dieses Brummen. Es musste lauter geworden sein. Er hörte es immer deutlicher, auch wenn es ihm immer noch schwer fiel es irgendetwas zuzuordnen. Es klang wie weit entfernt. Aber wo sollte das sein, in dieser schwarzen Leere um ihn herum? Gab es dort überhaupt so etwas wie Weite? Erschöpft wollte er aufgeben, weiter daüber nachzudenken. Doch auch das gelang ihm nicht.

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